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Schul-Chaos: LINKE. Niedersachsen fordert endlich tragfähige Strategie von Bund und Ländern

Zur Situation der Schulen während der Corona-Pandemie erklärt Heidi Reichinnek, Landesvorsitzende der LINKEN Niedersachsen: „Wäre die Lage nicht so dramatisch, könnte man über den neuen Leitfaden des Bundesbildungsministeriums glatt lachen. Besonders zynisch ist angesichts der aktuellen Temperaturen der Vorschlag, den Sportunterricht im Freien stattfinden zu lassen. Auch der Hinweis, künftig auch den Weg zur Schule mehr in den Blick zu nehmen, zeigt, dass Bildungsministerin Karliczek mit offenen Augen geschlafen hat. Immerhin sind die zahlreichen Beschwerden über hoffnungslos überfüllte Busse mittlerweile auch bei ihr angekommen. Lösungen für das Problem der Schülerbeförderung sucht man im Leitfaden der Ministerin jedoch vergebens. Unsere Schulen und Lehrkräfte sind bei der Pandemiebewältigung auf sich gestellt. Schon vor Monaten hätte mit umfassenden Investitionen dafür gesorgt werden müssen, dass die Schulen gegen Infektionen gerüstet werden und Unterricht, nach einem umfassenden Lockdown, zumindest begrenzt stattfinden kann – durch vernünftige Sanitäranlagen, Luftfilter, Plexiglaswände, Teilung der Klassen und Wechselmodelle. Denn Schule ist mehr als Lernen und Verwahren, Schule heißt auch, soziale Kontakte, Freundschaften, Interessen wahrnehmen. All das wird den Kindern und Jugendlichen seit einem Jahr genommen, weil versäumt wurde, frühzeitig effektive Strategien zu erarbeiten und Investitionen in die Sicherheit der Schulen zu tätigen. Die langfristigen Auswirkungen der beständigen Isolation auf die psychische Gesundheit von Kindern lässt sich bisher nur erahnen. Jüngst fand die Universitätsklinik Hamburg Eppendorf in einer Studie heraus, dass bereits jetzt fast jedes dritte Kind in Folge des Lockdowns psychische Auffälligkeiten zeigt.“

Ihr Co-Vorsitzender Lars Leopold betont: „Natürlich ist ein seit Jahrzehnten kaputt gespartes Bildungssystem nicht über Nacht zu retten - zu sehr wurden die Schulen vernachlässigt. Dass aber auch eine Ausnahmesituation wie die Corona-Pandemie nicht dazu führt, dass endlich gehandelt wird, ist frustrierend. Der bisherige Zick-Zack-Kurs der Landesregierung bei Öffnungen und Schließungen der Schulen verhindert zudem Planungssicherheit für Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern. Auch beim Home Schooling werden Familien allein gelassen – vor allem wer kein Geld für Internet, PC und Drucker sowie Scanner hat, fällt schnell hinten runter. So vergrößert man Bildungsunterschiede zusehends. Wir sind jetzt in einer katastrophalen Situation - sowohl Öffnung als auch weitere Schließung im Schulbereich haben jetzt negative Folgen. Diese hätte man durch eine stringente Strategie für die Schulen und mehr Jugendhilfe und Sozialarbeit abmildern können. Passiert ist aber genau – nichts.“


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