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Corona-Krise offenbart die lange verfehlte Pflegepolitik

„Der Tod von mindestens 17 Menschen im Wolfsburger Hans-Lilje-Heim und hohe Infektionszahlen in mindestens einem weiteren Pflegeheim offenbaren die verfehlte Pflegepolitik der vergangenen Jahrzehnte. Seit Wochen werden Menschen mit Pflegebedarf zurecht als besonders zu schützende Gruppe benannt. Doch geschützt wurden und werden sie völlig unzureichend. Das ist beschämend“, erklärt Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag. „Menschen in Pflegeheimen werden schon unter Normalbedingungen nicht nach ihrem Bedarf und ihren Bedürfnissen versorgt. Nicht nur, weil Pflegekräfte fehlen. Doch die jetzige Corona-Krise im Pflegenotstand offenbart, wie tödlich der Mangel im Normalbetrieb wird: Nur durch wirkliche Bezugspflege von Fachkräften werden die kleinen Veränderungen bei dementiell Erkrankten bemerkt, die auf weitere mögliche Erkrankungen hinweisen. Doch gerade diese Bezugspflege findet seit Jahren nicht statt. Die Menschen in den Pflegeheimen werden dem auf Effizienz getrimmten System geopfert.“

Zimmermann weiter: Jetzt sind nicht nur die Kommunen gefragt. Die Pflegeheime und ambulanten Pflegedienste brauchen sofort genug Schutz- und Desinfektionsmaterial. Sie brauchen – wie auch die niedergelassenen Ärzte – eine quotierte Zuteilung des auf Bundesebene georderten Materials, damit nicht nur große Kliniken versorgt werden. Pflegekräfte in der Langzeit- und in der häuslichen Pflege brauchen regelmäßig und obligatorisch Schnelltests auf Corona-Infektionen. Sie können sonst unbemerkt und ungewollt zum Überträger werden. Alle zuständigen Stellen müssen nun endlich beweisen, dass jedes Menschenleben für sie von Belang ist. Das geht nicht durch Sonntagsreden und Beifall für das Pflegepersonal, sondern nur durch tatkräftige Sofortmaßnahmen für die besonders gefährdeten Gruppen. Isolation allein ist ein armseliger Weg.“


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