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Landesregierung schiebt Reaktivierung von Bahnstrecken weiter auf totes Gleis

Die niedersächsische Sektion des Verkehrsclub (VCD) hat in einer Pressemitteilung auf das Reaktivierungsprogramm von Baden-Württemberg für bis zu 30 Bahnstrecken hingewiesen. Die können dort, finanziert in der Hauptsache über das neue Bundes-Gemeindefinanzierungsgesetz sowie zu geringeren Teilen über das Land und die Kommunen, wieder in Betrieb genommen werden. „Auch der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV), ob Bus oder Bahn, ist praktischer Klimaschutz. Doch die niedersächsische Landesregierung lässt bisher keinerlei Interesse daran erkennen, den Nahverkehr bedarfsgerecht auszubauen und betreibt weiter eine einseitige, auf die Straße fokussierte Verkehrspolitik – ganz im Interesse von Automobil- und Beton-Lobby“, kritisiert Heidi Reichinnek, Landesvorsitzende der niedersächsischen LINKEN. „Weder die vorherige noch die jetzige Landesregierung haben trotz vollmundiger Versprechungen bisher eine Verkehrswende eingeleitet. So ließ die letzte rot-grüne Regierung beispielsweise 74 Bahnstrecken auf ihr Reaktivierungspotential prüfen und wollte lediglich drei Strecken reaktivieren. Das ist angesichts des Klimawandels und seiner Folgen nicht nur verkehrspolitisch ein schlechter Witz, sondern auch umweltpolitisch höchst unverantwortlich. Niedersachsen braucht endlich einen Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik.“

LINKEN-Co-Vorsitzender Lars Leopold pflichtet ihr bei: „Deshalb muss auch Niedersachsen beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs endlich in die Spur kommen. Mit einem schienengestützten, flächendeckenden und kostenfreien Nahverkehr könnten wir den ländlichen Raum wiederbeleben. Dieser wird bei Sonntagsreden aus Großstädten wie Hannover zwar gerne gelobt, de facto aber eiskalt abgehängt. Wir brauchen die Reaktivierung von deutlich mehr als die von der Landesregierung vorgesehenen drei Bahnstrecken. Davon würden vor allem die Menschen profitieren, die pünktlich zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt kommen müssen und deshalb auf einen gut ausgebauten Nahverkehr und auf verlässliche Zugverbindungen angewiesen sind. Hier muss die Landesregierung endlich investieren, wenn der Nahverkehr zu einer echten und auch attraktiven Alternative zum Auto entwickelt werden soll. Es braucht eine sozial-ökologische Verkehrswende! Hier ist die Streckenaktivierung, wie etwa in Bad Bentheim nach Neuenhaus, ein wichtiger Beitrag für den Mobilitätsbedarf der Menschen in ländlichen Regionen und um die Städte vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten.“


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