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Krellmann und Perli: "Ausbeutung in der Fleischindustrie beenden"

Die Beschäftigten in der Fleischindustrie müssen vor der brutalen Ausbeutung in den Schlachthöfen geschützt werden. Das will die Fraktion DIE LINKE im Bundestag durchsetzen. Dazu seien neben dem Verbot von Werkverträgen und höheren Bußgeldern bei Verstößen auch häufigere und schärfere Kontrollen notwendig. Die Politik müsse gute Arbeitsbedingungen, den Schutz der Arbeitskräfte vor Corona-Infektionen und Vorgaben für den Tierschutz durchsetzen, heißt es von den LINKEN. Es dürfe nicht sein, dass Arbeitskräfte oft in unhygienischen Sammelunterkünften zu überhöhten Mieten leben und über undurchsichtige Werkverträge mit Subunternehmen beschäftigt werden.

Jutta Krellmann, Sprecherin der LINKEN für Mitbestimmung und Arbeit, sagte im Bundestag: „Die schärfsten Regeln nützen nichts, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert wird. Wann merkt die Bundesregierung das endlich? Wir brauchen konsequente Kontrollen, starke Betriebsräte und ein Verbandsklagerecht der Gewerkschaften.“ Der für unsere Region zuständige LINKEN-Abgeordnete Victor Perli ergänzte: „Viele Bürger erwarten, dass die Behörden in der Fleischindustrie endlich aufräumen. Die aktuellen Skandale sind Ergebnis einer Politik, die Fleischbarone wie Tönnies dabei unterstützt, mit Niedriglöhnen und übelster Ausbeutung den gesamten Fleischmarkt in Europa aufzurollen. Das geht zu Lasten von Menschen, Tieren und Umwelt", so Perli. Er wies darauf hin, dass sich der durchschnittliche Abstand der Arbeitsschutzkontrollen im Bereich Nahrungs- und Genussmittel sich zwischen 2008 und 2018 von 7,1 Jahren auf 17,3 Jahren mehr als verdoppelt hat.

DIE LINKE fordert unter anderem, dass alle Beschäftigten direkt im jeweiligen Betrieb angestellt werden und ein brancheneinheitlicher Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird. Hintergrund der Debatte sind zahlreiche aktuelle Vorfälle in der Fleischindustrie. Unter anderem bei Tönnies in Nordrhein-Westfalen und in der Putenschlachtfabrik Geestland im niedersächsischen Wildeshausen sind hunderte Arbeiter an Corona erkrankt. Dies hat in den betroffenen Regionen Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung.


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