Wahlprogramm zur Landtagswahl 2017

Studium – Bildung mündiger Menschen ohne soziale Hürden

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass ein Studium frei von wirtschaftlichen Zwängen und finanziellen Nöten absolviert werden kann. Die Studierenden werden nicht als zu formende Humanressourcen behandelt, sondern als vollwertige Mitglieder der Hochschule. Der Einfluss von Wirtschaft und Lobbygruppen auf die Lehre ist zurückzudrängen. Das Studium muss so gestaltet sein, dass Lehrende und Lernende ausreichend Zeit für Diskussion und Erkenntnisprozesse haben.

Die Bedingungen, unter denen das Studium derzeit stattfindet, sind katastrophal. Leistungsdruck, Notenwahn, Regelstudienzeit, Konkurrenz zwischen Studierenden und die Langzeitstudiengebühren sind unzumutbar. Dies alles führt zu miserablen Lehr- und Lernbedingungen, in denen Studierende durch Lernstress und finanzielle Sorgen krank werden.

Für DIE LINKE muss das Studium hingegen Zeit und Raum bieten, in denen man seiner Motivation, Neugier und Freude am Lernen ohne Zwang und Konkurrenz nachgehen kann. Hochschulen sind Orte, in denen die Erfahrungen der Menschheit aus einem reichhaltigen kulturellen und wissenschaftlichen Erbe geschöpft werden können: Orte, um sich diese Welt gemeinsam wissenschaftlich anzueignen, Wissen zu mehren und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln im Sinne einer friedlichen und sozialen Gestaltung unserer Gesellschaft.

DIE LINKE setzt sich daher ein für:

 

  • die Abschaffung aller Gebühren – einschließlich des Verwaltungskostenbeitrags – sowie eine bedarfsdeckende, elternunabhängige und staatliche Ausbildungsfinanzierung.

  • die Abschaffung von verschulten Studiengängen zugunsten der Einführung von Studiengängen zum selbstbestimmten Lernen.

  • die stärkere Öffnung der Hochschulen für Menschen ohne Abitur, nicht nur auf dem Papier durch das Angebot von Brückenkursen, sondern auch verankert im Selbstverständnis jeder Hochschule und gestärkt durch öffentliche Förderprogramme.

  • die Übertragung von Vorlesungen über das Internet.

  • die Öffnung der Hochschulen für Geflüchtete mit entsprechenden Sprach-angeboten.

  • den Nachweis der didaktischen Fähigkeiten als wesentlicher Bestandteil bei der Berufung von Professor*innen.

  • die demokratische, aus dem Wissenschaftswesen selbst heraus entstehende Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Studium und Lehre statt des derzeitigen Akkreditierungsverfahrens durch Externe.

  • die vollständige Durchlässigkeit von Bachelor- zu Masterstudiengängen. Wer einen Bachelorabschluss macht, erhält einen Rechtsanspruch auf einen Masterplatz.

  • die Aufhebung der Regelstudienzeit und die wirksame Abschaffung der Anwesenheitspflicht.

  • ein Ende der prüfungsgebundenen Exmatrikulation und des damit verbundenen bundesweiten Studierverbots.