Wahlprogramm zur Landtagswahl 2017

Kultur von allen für alle

DIE LINKE geht von einem umfassenden Kulturbegriff aus. Unser Ziel ist, dass Kultur bunt und vielfältig ist und dass alle Menschen sie in dieser Vielfalt gestalten und erleben können. Niemand darf vom Zugang zu Kultur ausgegrenzt sein, weil sie oder er ein geringes Einkommen hat, auf dem Land wohnt oder mit wenig Zugang zu Kultur aufgewachsen ist. Wir wollen einen breiten Kulturbegriff, der Oper und Ballett, Kleinkunst und Straßenmusik, Ska und Parkour umfasst. Und wir wollen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene Kultur selbst gestalten können auf der Grundlage von entsprechend offenen und selbstverwalteten Förderstrukturen.

Neben den großen Landeseinrichtungen, wie Opernhäusern, Theatern und Museen, müssen viel mehr und vor allem auch neue Ausprägungen von Kultur bei der Mittelzuweisung berücksichtigt werden. Freie Theater, kleine Kinos, Soziokultur und kulturelle (Jugend-)Bildung fallen bisher zu oft unter den Tisch, obwohl hier mit vergleichsweise wenig Geld viel erreicht werden könnte. Eine lebendige Kulturszene ist auch Ausdruck einer lebendigen Gesellschaft. Wir wollen, dass Kultur in all ihren Facetten unterstützt wird und allen zugänglich ist.

Kulturell Tätige sind oft schlecht bezahlt und unzureichend abgesichert, und viele kulturelle Angebote sind kaum erschwinglich für die vielen Menschen mit niedrigen Einkommen oder für Hartz-IV-Empfänger*innen. Damit bekommt Kultur etwas Elitäres, sie wird zu etwas, das sich nur ein Teil der Menschen leisten kann und von dem viele ausgegrenzt sind.

Darum wird DIE LINKE im Landtag Forderungen einbringen, die den folgenden Zielen dienen:

  • freier Eintritt in alle kulturellen Landeseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Finanzschwache.

  • Ausweitung von theater- und museumspädagogischen Angeboten.

  • Erhalt kultureller Einrichtungen auf kommunaler Ebene, statt sie als freiwillige Leistung ständig einem Streichungsrisiko auszusetzen.

  • Kulturinitiativen von Migrationsgruppen als wertvollen Beitrag zu kultureller Vielfalt und gesellschaftlicher Integration unterstützen.

  • Kultur- und Kulturfinanzberatung in der Fläche stärken, Kulturfinanzierung und Fördermöglichkeiten transparent machen, tendenziell Fördermittel von Image- zu Basisprojekten umschichten.

  • zuverlässige institutionelle Förderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur.

  • Förderung unabhängiger Kulturinitiativen.

  • Novellierung des Landesmediengesetzes mit dem Ziel, unabhängige Einrichtungen wie Lokalsender und offene Kanäle zu schützen und weiter auszubauen. Bei der Vergabe von Medienförderung muss das Kriterium „gute Arbeit im Medienbereich“ erfüllt werden.

  • Bundesratsinitiative für eine bessere soziale Absicherung von Künstler*innen anschieben.