Wahlprogramm zur Landtagswahl 2017

Kita – auf den Anfang kommt es an

Die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung besonders wichtig: Hier werden die Grundlagen gelegt, die später nur schwer korrigiert werden können. Umso wichtiger ist es, bereits den Jüngsten in unserer Gesellschaft hochwertige Angebote machen zu können. Geld darf dabei keine Rolle spielen, im Gegenteil: Die Reichen können solche Angebote bereits jetzt aus der eigenen Tasche bezahlen; die Landesregierung steht in der Pflicht, für alle Kinder gute Rahmenbedingungen zu ermöglichen und für die Kita-Beschäftigten gleichzeitig gute Arbeitsbedingungen bereitzuhalten. In diesem Sinne haben SPD-Grüne versagt, weil sie entgegen ihrer Ankündigungen kein Kita-Gesetz auf den Weg gebracht haben, das diesen Ansprüchen gerecht wird. Die dritte Kraft an Krippen, die nun kommt, ist ihnen in den Schoß gefallen, da sie dafür Bundesmittel erhalten. Aus eigenem Antrieb haben SPD und Grüne keine wesentlichen Verbesserungen zustande gebracht. In den Kindertagesstätten warten die Eltern auf einen besseren Personalschlüssel.

DIE LINKE fordert:

  • beitragsfreie Krippen und Kindergärten bei guter Qualität.

  • ein Kita-Gesetz, das die landesweiten Standards für die frühkindliche Bildung verbessert und gleichzeitig finanziert.

  • einen besseren Betreuungsschlüssel an Krippen, Kindergärten und Horten: maximal vier Kinder im Alter bis drei Jahre pro Erzieher*in; maximal acht Kinder im Alter bis sechs Jahre pro Erzieher*in.

  • eine Änderung der Ausbildungsverordnung für Erzieher*innen zur Sicherstellung der Kinderbetreuung in Niedersachsen; insbesondere ist eine Ausbildungsvergütung zwingend erforderlich, um den Beruf aufzuwerten und Personalengpässen in den kommenden Jahren entgegen zu wirken.

  • mehr Verfügungszeiten für die Beschäftigten, um z. B. bessere Elternarbeit zu ermöglichen und Raum für Vor- und Nachbereitungen bieten zu können.

  • flächendeckende Qualifikationsangebote für die Beschäftigten, um mittelfristig alle Beschäftigten auf das Niveau von Erzieher*innen zu heben. Diese Weiterbildung erfolgt bei bezahlter Freistellung.

  • eine Aufwertung des Erzieher*innenberufs – auch bei der Bezahlung.ein Landesprogramm zum Ausbau von Krippenplätzen mit Ganztagsangeboten, damit hier endlich alle Nachfragen wohnortnah erfüllt werden können.

  • eine intensivere Verzahnung der Bildungsangebote: Der Wechsel von der Kita in die Schule muss für die Kinder besser vorbereitet werden.

  • die besondere Förderung von inklusiv arbeitenden Kitas und ihrem Personal.

  • eine bessere Zusammenarbeit mit Ergotherapie- und Logopädie-Therapeut*innen in Kitas und Krippen.

  • die konsequente Förderung der Kindertagesstätten durch das Land, insbesondere der Krippen zur Sicherung des Rechtsanspruchs.

  • eine bessere Ausbildung für Tageseltern mit der Perspektive in den Erzieher*innenberuf zu wechseln. Die Bezahlung muss mindestens dem Mindestlohn entsprechen.

DIE LINKE tritt für wohnortnahe Kindertagesstätten ein, um allen Kindern altersgemäß einen Kita-Platz zu garantieren. Eine gute Kita ist multikulturell und inklusiv. Die Erzieher*innen müssen angemessen bezahlt werden und ausreichend Zeit zur Verfügung haben, um jedem Kind mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden zu können. Die Eltern sollen guten Gewissens und ohne Druck aus der Gesellschaft oder vom Arbeitgeber entscheiden können, wann und für wie viele Stunden am Tag sie ihr Kind in eine Kita geben. Die Ausbildung der Erziehungskräfte muss auf Fachhochschulniveau angehoben werden.