Grohnde abschalten!

- beschlossen auf dem Braunschweiger Parteitag am 02.10.2011 -


Raus aus der Atomkraft und rein in eine erneuerbare Energieversorgung


DIE LINKE in Niedersachsen unterstützt die Demonstration und die Mahnwache gegen das AKW Grohnde

Am Sonntag und Montag werden erneut viele Menschen auf die Straße gehen, um gegen das Atomkraftwerk in Grohnde zu demonstrieren und eine Mahnwache abzuhalten. DIE UNKE in Niedersachsen ist Teil der Anti-Atom-Bewegung und unterstützt diesen Widerstand. Sie wünscht den Organisatoren der überparteilichen Bewegung "Grohnde abschalten" sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg und natürlich exzellentes Wetter, denn bei den bevorstehenden Protesten gegen den Castor-Transport im Wendland rund um den ersten Advent werden wir noch genug frieren! DIE LINKE ruft zur Beteiligung an den Protesten gegen die weitere Nutzung der Atomenergie auf. An diesem Wochenende in Grohnde und Ende November im Wendland!


Atomenergie - unbeherrschbar, unverantwortlich!

Die Bundesregierung erlaubt den Betrieb des AKW Grohnde bis in das Jahr 2021. DIE UNKE hält das für unverantwortlich. Der technische Zustand des Atommeilers mit seiner langen Störfallliste, der nicht garantierbaren Funktionsfähigkeit der Kühlsysteme und der fehlende Schutz vor Flugzeugabstürzen lässt keine andere Schlussfolgerung zu. Die Atomkatastrophen in Majak, Three Mile lsland, Tschernobyl und Fukushima zeigen, dass Atomenergie im Ernstfall unbeherrschbar ist - auch nicht in technologisch hochentwickelten Ländern. Das gilt noch viel mehr für die Beseitigung der Folgen von Unfällen. Das Leben und die Gesundheit der Menschen, die in der Nähe von havarierten Meilern• leben, sind bedroht. Nuklearkatastrophen sind aber immer auch Menschheitskatastrophen, denn nukleare Wolken machen nicht über Konzernzentralen oder an Ländergrenzen Halt. Passiert in Grohnde ein ernster Unfall, werden dichtbesiedelte Gebiete atomar verseucht und hört das wirtschaftliche Herz Südostniedersachsens auf zu schlagen. Grohnde muss vom Netz, wie jedes andere Atomkraftwerk in Deutschland auch, weil nicht geklärt ist, wie hundertausende Jahre strahlender Atommüll sicher verwahrt wird. Es gibt bislang kein funktionierendes Konzept für die sichere Verwahrung atomaren Mülls. Sowohl der Salzstock Gorleben, die Bergwerke Asse und Morsleben als auch Schacht Konrad sind nicht geeignet für die Endlagerung radioaktiver Abfälle und wurden nicht unter dem Gesichtspunkt bestmöglicher wissenschaftlicher Kriterien ausgewählt.


Atomkraft abschalten. Unverzüglich und unumkehrbar. Die Zukunft ist erneuerbar!

DIE LINKE im Bundestag hat nachgewiesen, dass das letzte Atomkraftwerk 2014 vom Netz gehen kann, ohne dass es zu Engpässen in der Stromversorgung kommt oder Strompreise massiv steigen werden. Grohnde könnte sogar bereits ein Jahr früher- nämlich 2013 -endgültig vom Netz gehen. Aber auch das wäre nur ein Kompromiss, denn nur ein zurückgebautes AKW ist sicher. Der unverzügliche Atomausstieg erfordert die Konzentration aller Kräfte auf eine ökologisch und sozial gerechte Energiewende. Dazu ist es notwendig, die Macht der vier großen Energiekonzerne zu brechen, die mit ihrem krassen Lobbyeinfluss und ihren Handlangern in Parlament und Regierung im letzten Jahr eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten durchgesetzt hatten. Wir brauchen eine Abkehr von den großen und zentralen Versorgungsstrukturen, die uns heute gerade daran hindern, sofort jedes Atomkraftwerk vom Netz zu nehmen. Jeder Tag, an dem Atomkraftwerke Strom produzieren, ist gefährlich für die Sicherheit der Bevölkerung. Deswegen muss damit Schluss gemacht werden. Unverzüglich und unumkehrbar.