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3.500 demonstrierten friedlich gegen den Nazi Aufmarsch in Hildesheim PDF Drucken E-Mail
Pressemeldung vom 5.6.2010

3.500 demonstrierten friedlich gegen den Nazi Aufmarsch in Hildesheim - Bürgerinnen und Bürger aus Bad Gandersheim, Kreiensen waren dabei - Übergriffe von Nazis auf Journalisten

Aus Bad Gandersheim und Kreiensen waren einige in den frühen Morgenstunden nach Hildesheim gefahren und beteiligten sich an den friedlichen Anti-Nazi-Protesten. Nach Schätzung der Veranstalter beteiligten sich 3.500 Bürgerinnen und Bürger an diesen. Es war eine der grössten Demonstrationen die Hildesheim in den vergangenen Jahren erlebte. Alle Hildesheimer Ratsparteien, mit der Ausnahme des Bürgermeisters, unterstützten und hatten zu dem Protest aufgerufen. Das „Hildesheimer Bündnis gegen Rechts“ in dem verschiedene Parteien, Gewerkschaften, die Kirchen, Organisationen und Verbände zusammengearbeitet hatten, hatten diese Proteste organisiert. Der Anti-Rechts-Protest war durch den Bahndamm von den Nazis getrennt.

Die Hildesheimer Stadtverwaltung hatte ihren Angaben zu Folge, den Aufmarsch der Nazis mit Änderungen der beantragten Demonstrationsroute genehmigt,weil «keine Versagensgründe» vorgelegen hätten. Die Route wurde auf das nördliche Stadtgebiet beschränkt. Fatal hierbei ist der folgende Sachverhalt: Der Anmelder der Demonstration der bundesweit bekannte Nazi Dieter Riefling hatte sie unter dem Motto: „«Tag der deutschen Zukunft - unser Signal gegen Überfremdung» angemeldet. Gerade in der Nordstadt Hildesheims wohnen viele Menschen mit Migrationshintergrund und hier konnten und durften mehr als 600 Nazis marschieren und ihre ausländerfeindlichen Parolen skandieren, sowie in Redebeiträgen hetzen. Alle Redner auf der Anti-Rechts-Auftaktkundgebung fanden diesen Sachverhalt skandalös und prangerten diesen an. Zahlreiche Menschen trugen weiße T-Shirts mit der Aufschrift "Engel gegen Rechts", um somit ihren Protest gegen Rechts zum Ausdruck zu bringen. Immerhin fand am heutigen Tage in der Hildesheimer Innenstadt auch das Michaelisfest statt.

Einige – vor allem junge Menschen - hatten versucht per Sitzblockade den Aufmarsch der Nazis zu stoppen. Aber die Polizei löste diese schnellstens auf, so dass die Nazi-Demonstration ihren vorgeschriebenen Weg ohne großen Widerstand fortsetzen konnte. Laut Polizeiangaben waren ca. 2.000 Beamtinnen und Beamten aus verschiedenen Bundesländern, verstärkt durch die Bundespolizei im Einsatz.

Die Nazis, hauptsächlich aus dem Spektrum der sog. „freien Kräfte“, also der braunen Kameradschaftsszene, aber auch die NPD, hatten bundesweit und im angrenzenden europäischen Ausland bei ihres gleichen für die Teilnahme an der „Veranstaltung“ geworben.

Als mehrere Fernseh-Teams den Aufmarsch der Nazis filmten, wurden diese von den Nazis angegriffen, darunter ein Team des NDR. Fotografen und eine Journalistin wurden hierbei verletzt. Laut Polizeiinformationen soll auch eine Kamera beschädigt worden sein.

Carl O. Bleichert (DIE LINKE), gerade aus Hildesheim zurück äusserte sich gegenüber dem GK wie folgt: „Habe mich gefreut, als ich während der Bahnfahrt und in Hildesheim festgestellt habe , das Bürgerinnen und Bürger aus Bad Gandersheim und Kreiensen dem Aufruf des Friedensbündnisses vom 9. Mai gefolgt sind, um an den friedlichen Protesten gegen den Naziaufmarsch sich zu beteiligen. Skandalös und in keiner Weise nachvollziehbar ist für mich: Das den Nazis eine Route genehmigt wurde, die durch ein Wohngebiet geführt hat, indem viele Menschen mit Migrationshintergrund wohnen. Bei vielen Gesprächen heute, musste ich feststellen, dass die betroffenen Menschen viel Angst vor dem heutigen Tag, vor diesem braunen Mob hatten. Die Angst war nicht unbegründet , wie sich jetzt herausgestellt hat, als ich erfahren habe das freie Journalisten und Fernsehteams gewalttätig von den Nazis angegriffen und verletzt wurden.
Von dieser Stelle wünsche ich den Journalisten, die verletzt wurden eine recht baldige Genesung.
Hoffentlich kommt die Hildesheimer Stadtverwaltung inzwischen zu der Erkenntnis, dass ihr Verhalten diese ausländerfeindliche Demo durch die Hildesheimer Nordstadt zu genehmigen - eine große Fehlentscheidung war. Das sie diese nicht untersagt hat, wie es in anderen Städten praktiziert wird. Zumal der Anmelder der Nazi-Demonstration einschlägig u.a. wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraft ist.“

 

 
 
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