11. März 2018

Neuer gesetzlicher Feiertag: LINKE kritisiert Vorfestlegung auf Reformationstag

„Geht es nach dem Willen der Landesregierung, soll der Reformationstag am 31. Oktober neuer gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen werden. Dabei besteht an christlichen Feiertagen nun wahrlich kein Mangel. Wir fordern stattdessen, den 8. März als internationalen Frauentag zum gesetzlichen Feiertag zu machen“, erklärt Pia Zimmermann, Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der niedersächsischen LINKEN in der Debatte um einen zusätzlichen Feiertag in Niedersachsen. Zimmermann weiter: „Mit dem jetzigen Kabinettsbeschluss, den Reformationstag als Feiertag einzuführen, werden Fakten geschaffen und eine offene Diskussion abgewürgt. Wir fordern die Landesregierung auf, mit dem 8. März den internationalen Frauentag als neuen gesetzlichen Feiertag zu würdigen und damit ein Zeichen zu setzen. Überall auf der Welt sind Frauen in Bewegung, um ihre Rechte durchzusetzen, dabei sind sie nicht selten Gewalt, Hetze und Häme oder sogar Gefangenschaft und Tod ausgesetzt. Auch in Niedersachsen ist die Gleichberechtigung der Frau in Arbeit, Freiheit und Selbstbestimmung immer noch nicht durchgesetzt. Daher ist der 8. März als Feiertag und als Symbol für den Kampf aller Frauen nach Gleichberechtigung die richtige Wahl.”

Vorstandskollege Lars Leopold ergänzt: „Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich bereits mehrfach für den Reformationstag als neuen Feiertag ausgesprochen. Gegen den Reformationstag sprechen aus unserer Sicht jedoch auch inhaltliche Gründe, die sich aus Luthers Hetzschriften gegen Jüd*innen und seiner Rolle im Bauernkrieg ergeben. Es ist deshalb wirklich schade, dass man sich nun offenbar auf den 31. Oktober geeinigt hat. Gerade für den Vorschlag, den 8. März den Internationalen Frauentag als neuen gesetzlichen Feiertag haben wir von allen Seiten viel Zuspruch bekommen. Damit wird der internationalen Frauenbewegung endlich die Würdigung zuteil kommen, die ihr historisch und aktuell gebührt.“