3. April 2017

Kleine Grundschulen weiter auf der Kippe

LINKEN-Vorsitzende fordert, nicht das Geld zum Maß aller Dinge zu machen

Wegen sinkender Schülerzahlen sind etliche kleine Grundschulen in ganz Niedersachsen in Gefahr. Der Landesrechnungshof forderte deren Schließung. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) versprach, gemeinsam mit den Kommunen nach Lösungen zu suchen. Hierzu erklärt Anja Stoeck, Landesvorsitzende DIE LINKE. Niedersachsen: „Bei der Überprüfung kleiner Grundschulen in Niedersachsen sollte das Kultusministerium den pädagogischen Anspruch höher bewerten als etwaige Kostenerwägungen. An einer kleinen Schule zu lernen, ist kein Nachteil für die Bildungsbiografie der Schülerinnen und Schüler. Gerade kleine Schulen bieten oft auch eine produktive Lernumgebung.“ Stoeck weiter: „Viele Schulträger nutzen allzu gerne vorhandene Lücken im niedersächsischen Schulgesetz, um kleine 'unwirtschaftliche' Grundschulen zu schließen und Geld zu sparen. Natürlich müsse man die Kosten im Blick haben, aber eine gute Bildungsversorgung darf nicht der Haushaltskonsolidierung in den Kommunen zum Opfer fallen.“

„Das Schulgesetz schafft die Voraussetzungen dafür, dass Kommunen sich oftmals mit Verweis auf sinkende Schülerzahlen leichtfertig kleinerer Grundschulen "entledigen" können“, kritisiert Vorstandskollege Lars Leopold. Als Kommunalpolitiker und Elternvertreter der von der Schließung akut bedrohten Sonnenberg-Schule in Eime fordert Leopold: „Bildung ist Ländersache - Daher ist das Land Niedersachsen in der Pflicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass das Wohl der Kinder im Mittelpunkt steht und sie optimale Lernbedingungen vorfinden. Da müssen Mindestgrößen von kleinen Grundschulen sowie eine Reduzierung der maximalen Klassengrößen umgesetzt werden."

„Ländliche Regionen müssen gestärkt werden und brauchen dazu funktionierende Strukturen, ansonsten geht hier irgendwann das Licht aus.", sagt Leopold und macht deutlich: "Die Schulschließung von heute ist die Abwanderung und der Leerstand in kleineren Orten von morgen. Auf dem Lande zu leben, darf nicht zum Nachteil für junge Familien werden.“