8. April 2018

Kinderarmut endlich den Kampf ansagen

„Die Zahl der Kinder, die in Niedersachsen in Hartz IV leben, ist beschämend. So lebten im letzten Jahr rund 208.000 Kinder in Familien, die Hartz IV beziehen. Das ist ein Anstieg von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen dokumentieren leider eindrucksvoll die Verarmung breiter Bevölkerungsteile und das Versagen der verschiedenen Bundesregierungen Armut zu bekämpfen“, kritisiert Pia Zimmermann, Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der niedersächsischen LINKEN mit Blick auf die jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. Zimmermann weiter: „Soziale Ungleichheit bekommen in erster Linie die Kinder zu spüren. Sie sind arm, weil ihre Familien arm sind. Die Bundesregierung sollte daher endlich eine Politik machen, mit der Kinder- und Familienarmut deutlich reduziert wird. Dafür muss prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs zurückgedrängt sowie der Mindestlohn auf zwölf Euro erhöht werden. Die Grundsicherung ist auf ein armutsfestes Niveau zu heben und sanktionsfrei zu gestalten."

Vorstandskollege Lars Leopold betont: „Dass so viele Kinder die Erfahrung des entwürdigenden Bezugs von Hartz IV-Leistungen machen müssen, ist besonders bitter. Hartz IV ist und bleibt ein menschenunwürdiges System, welches dazu genutzt wird, Menschen in Armut zu parken und in Billigjobs zu bringen. Hartz IV-Leistungen schützen eben nicht vor Armut und gewährleisten keine angemessene Teilhabe an der Gesellschaft. Für Beschäftigte, die aufstocken müssen, ist es entwürdigend, dass sie trotz Arbeit zum Sozialfall werden und sich dem Repressionssystem Hartz IV unterwerfen müssen, um zu überleben. Hartz IV muss abgeschafft und durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung in Höhe von 1050 Euro ersetzt werden. Parallel dazu müssen endlich die Rahmenbedingungen für gute Arbeit geschaffen und der Mindestlohn auf 12 Euro erhöht werden. Aber weder die Landes- noch die Bundesregierung haben bisher nennenswerte Bemühungen gezeigt, Kinderarmut wirksam zu bekämpfen. Stattdessen fördern sie Billigjobs, anstatt die Menschen in dauerhafte und gut bezahlte Arbeit zu bringen.“