16. August 2017

Bildungsnotstand verhindern - mehr Lehrkräfte ausbilden

Pia Zimmermann und Lars Leopold

„Zu Beginn des neuen Schuljahres ist auch weiterhin an vielen niedersächsischen Schulen keine Reserve für kranke Lehrer oder solche in Elternzeit vorhanden. Unterrichtsstunden in einzelnen Fächern fallen über längere Zeiträume einfach aus. Beispiele hierfür gibt es landesweit viele. Aktuell droht Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Gronau der längerfristige Ausfall des Mathe-Unterrichts. Ursache für den Lehrermangel, ist eine seit Jahren verfehlte Bildungspolitik in Niedersachsen“, erklärt Pia Zimmermann, Landesvorsitzende der niedersächsischen LINKEN und Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl. Zimmermann weiter: „Unter der enorm dünnen Personaldecke an Niedersachsens Schulen leiden jedoch nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die vorhandenen Lehrkräfte. Die nämlich müssen die personelle Unterversorgung mit Mehrarbeit ausgleichen.“

„Nach Jahren verfehlter Personal- und Ausbildungspolitik unter schwarz-gelber oder rot-grüner Federführung müssen endlich wieder mehr Pädagogen ausgebildet werden“, fordert Lars Leopold, Mitglied des Landesvorstands und Landtagskandidat der niedersächsischen LINKEN. Leopold betont: „Hierfür muss die Fehlentscheidung, die Anzahl der Studienplätze für Lehrämter abzubauen, dringend korrigiert werden. Ziel muss es sein, eine Unterrichtsversorgung von mindestens 105 Prozent an unseren Schulen zu erreichen. Dann sind auch Ausfälle wegen Elternzeit, Krankheit, Fortbildungen und andere schulische Aktivitäten einkalkuliert. Um neue Lehrerinnen und Lehrer gewinnen zu können, muss der Lehrberuf zudem durch eine bessere Bezahlung und deutliche Entlastungen bei der Arbeitszeit attraktiver werden. Die jetzige dramatische Situation darf jedoch nicht weiter bagatellisiert und schöngeredet werden, sonst droht noch mehr Unterrichtsausfall und damit ein Bildungsnotstand.“