16. Juni 2017 Dr. Michael Braedt, Landesgeschäftsführer

Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel

Landesgeschäftsführer Dr. Michael Braedt solidarisiert sich mit den Streikenden

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

es ist toll, dass heute so viele von Euch da sind. Denn Kämpfen lohnt sich und nur gemeinsam sind wir stark.

Mein Name ist Michael Braedt, politischer Geschäftsführer der niedersächsischen LINKEN. Bis zu meinem Renteneintritt Ende April war ich Personalrat und ver.di-Vertrauensmann im Niedersächsischen Umweltministerium. Auch daher habt ihr meine vollste Solidarität.

Eure Forderung nach mehr Entgelt und einer Lohnuntergrenze von 1.900 Euro Brutto und mehr Geld für Azubis ist notwendig und richtig. Der Lohn muss zu einem guten Leben und zu einer ausreichenden Rente reichen!

Am letzten Wochenende haben wir hier in Hannover unser LINKES Bundestagswahlprogramm beschlossen. Ich darf zwei Sätze zitieren:

Statt Leiharbeit, Minijobs und Missbrauch von Werkverträgen schaffen wir gute Arbeit mit gutem Lohn in kurzer Vollzeit; den Mindestlohn erhöhen wir auf 12 Euro pro Stunde.

Wir wollen eine solidarische Mindestrente von 1.050 Euro; spätestens ab 65 müssen alle ohne Abschläge in Rente gehen können.

Doch seit Jahren nutzen Unternehmer Leiharbeit und Werkverträge um tarifliche Regelungen zu untergraben - Minijobs und Teilzeitarbeit ersetzen immer mehr Vollzeitstellen. In der aktuellen Verhandlung haben die Arbeitgeber Eure Forderungen abgelehnt und wollen Euch mit einem inakzeptablen Angebot abspeisen. Das geht so nicht!

Die massive Tarifflucht der Arbeitgeber, ihre Weigerung Tarifverträge für alle gelten zu lassen, zeigt, wie wichtig die Kampagne von ver.di zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen ist.

Personaleinsparungen, ein immer höheres Arbeitstempo, völlig einseitige Flexibilität wurden rücksichtslos gegen Eure Interessen durchgesetzt. Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten und der Sonntagsarbeit beeinträchtigt die Lebensqualität und macht kran. "Arbeit auf Abruf" ist für viele zum Normalfall geworden - und der Sonntag wird immer mehr zum normalen Arbeitstag.

Dagegen machen es sich die Albrecht-Familien und Herr Schwarz von Lidl auf der Hitliste der Einkommensmilliardäre in Deutschland bequem.

Es reicht! Ihr habt bessere Löhne verdient! Eure Arbeit ist mehr wert! Eure Streiks und Aktionen sind die richtige Antwort auf die Weigerung der Unternehmer vernünftige Vorschläge zu machen!

DIE LINKE Niedersachsen wünscht Euch viel Kraft, Mut und Entschlossenheit für diesen Kampf.