3. August 2017

Baustelle Lehrermangel: Keine Verbesserung in Sicht

Zur Ankündigung des Kultusministeriums, im neuen Schuljahr Gymnasiallehrer als Aushilfen an Grundschulen einzusetzen um dort die Unterrichtsversorgung zu stabilisieren, erklärt Lars Leopold, Vorstandsmitglied und Landtagskandidat der niedersächsischen LINKEN: „Vielerorts wird das neue Schuljahr genauso beginnen, wie das alte endete: mit teilweise erheblichem Unterrichtsausfall. Kultusministerin Heiligenstadt begnügt sich weiter mit der Rolle als Mangelverwalterin.“

Leopold weiter: „Ursache für den Lehrermangel, ist eine seit Jahren verfehlte Bildungspolitik in Niedersachsen. Statt auf längere Arbeitszeiten bei den Lehrern zu setzen, hätten fehlende Stellen bereits vorausschauend und deutlich früher besetzt werden müssen. Zudem ist die Ausbildung neuer Lehrkräfte sträflich vernachlässigt worden und jetzt soll offenbar versucht werden, den Mangel durch die geplanten Abordnungen zu vertuschen und den Unterricht mit immer weniger Leuten zu organisieren. Die rot-grüne Landesregierung spart dabei weiter beim Personal auf Kosten der Schülerinnen und Schüler. Aber nicht nur die leiden unter der dünnen Personaldecke an Niedersachsens Schulen, sondern auch die vorhandenen Lehrkräfte. Die müssen die personelle Unterversorgung nämlich mit Mehrarbeit ausgleichen. Um ein weiteres Absinken der Unterrichtsversorgung zu verhindern, müssen mehr Pädagogen ausgebildet werden. Damit neue Lehrer gewonnen werden können, muss der Lehrberuf durch eine bessere Bezahlung und deutliche Entlastungen bei der Arbeitszeit attraktiver werden. Hier ist die Kultusministerin in der Pflicht zu liefern. Eine weitere Bagatellisierung und Schönreden der Situation ist wenig hilfreich. Denn die Folgen wären noch mehr Unterrichtsausfall und letztlich eine mangelhafte Bildung.“