6. Oktober 2017 Hans-Henning Adler

Solidarität mit den Beschäftigten der Deutschen Postbank AG

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Vor zwei Jahren liefen die Tarifverhandlungen genauso wie jetzt. Ihr habt eine Tariferhöhung von fünf Prozent über zwölf Monate, deutlich höhere Ausbildungsvergütungen und eine Verlängerung des Kündigungsschutzes gefordert. Die Arbeitgeberseite mauerte, bot eine Tariferhöhung weit unter der Inflationsrate an und verweigerte sich, den Kündigungsschutz zu verlängern. Dabei berief sich der Vorstand auf die Gewinnflaute bei der Postbank AG sowie beim Mutterkonzern Deutsche Bank AG.

Es war nur Eure Streikbereitschaft, Mut und Durchhaltevermögen, die dazu geführt haben, dass der Vorstand trotz seines anfänglichen Widerstands den Kündigungsschutz doch verlängerte und die Reallöhne wenigstens minimal anhob!

Diesmal können die Arbeitgeber in den Chefetagen der Deutschen Bank die Konzernergebnisse nicht mehr als Argument ins Feld führen. Denn es geht der Postbank wieder deutlich besser. In der ersten Hälfte dieses Jahres konnten die Konzerngewinne mit über 300 Millionen Euro im Vergleich zur ersten Hälfte des Jahres 2016 mehr als verdoppelt werden. Pro Beschäftigte ist damit in diesen sechs Monaten durchschnittlich über 16.000 Euro Gewinn erwirtschaftet worden. Ohne Euren Einsatz wäre diese Wiederbelebung der klassischen Privatkundenbank undenkbar. Deswegen sollt Ihr auch endlich profitieren!

Eure Forderung nach einer Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2022, die Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent in einem Jahr und eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen sind mehr als nachvollziehbar und gerechtfertigt. Die Tarifrunde geht schon länger und Euer Arbeitgeber hat sich bisher nicht dazu durchgerungen, ein Angebot zum Kündigungsschutz vorzulegen. Dann hilft eben nur noch die stärkste Waffe, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben –  der unbefristete Streik!

DIE LINKE unterstützt Euch und Eure Gewerkschaften dabei, Eure Forderungen Gehör zu verschaffen. Ihr kämpft für sichere Stellen und ein planbares Leben. Und dafür, endlich auch am Wachstum des Konzerns und der Gesamtwirtschaft teilhaben zu können. Das finden wir außerordentlich gut so! Je stärker DIE LINKE. am 15. Oktober wird, desto eher können wir uns auch für Euch stark machen.

Für Euren Kampf und Euren Streik wünschen wir Euch viel Kraft, Mut, Phantasie und einen langen Atem!

Mit solidarischen Grüßen,

Hans Henning-Adler