27. September 2016

Viele Probleme bei der Umsetzung der Inklusion sind hausgemacht – LINKE fordert mehr Geld für Bildung

„Behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten ist von der Idee her eine gute und wichtige Sache. Jedoch soll diese Inklusion nach dem Willen unserer rot-grünen Landesregierung offenbar möglichst zum Nulltarif umgesetzt werden.“, kommentiert Lars Leopold, Mitglied des Landesvorstands DIE LINKE. Niedersachsen, jüngste Presseveröffentlichungen aus Hildesheim zum Mangel an Förderlehrern.

Leopold weiter: „Während in vielen niedersächsischen Kommunen Förderschulen schließen, erfolgt andererseits jedoch keine ausreichende Aufstockung des Förderpersonals an den Regelschulen, die die Kinder mit Förderbedarf unterrichten sollen. Das geht zu Lasten der Kinder und der sie unterrichtenden LehrerInnen als auch der Eltern. Die aktuelle Entwicklung muss ein Schlag ins Gesicht der vielen Engagierten sein, die jahrzehntelang für das Recht auf gemeinsame Beschulung gekämpft haben.“

Vorstandskollegin Rita Krüger betont: „Die Inklusion ist gestartet worden, ohne die hierfür notwendige und bedarfsgerechte Anzahl an SonderpädagogInnen einzustellen. Hier wird wider besseres Wissen am falschen Ende gespart. Das hat viele Lehrkräfte, die zunächst sogar sehr motiviert an die neue Aufgabe herangegangen sind, bitter enttäuscht. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist einfach zu groß. Niedersachsen braucht dringend zusätzliche LehrerInnen, die durch die erfolgte Zusatzqualifikation als SonderpädagogInnen arbeiten und so die vorhandenen Lehrkräfte an den Regelschulen entlasten können.“

„Bislang wurden zusätzliche Aufgaben im Landeshaushalt häufig durch Umschichtungen im Bildungs-Ressort gegenfinanziert. Die Folgen sind bekannt: Unterrichtsausfall, Lehrermangel und Probleme bei der Umsetzung der Inklusion und Ganztagsschulbetreuung. Hier helfen keine Reformen, die schon daran scheitern, dass die Ausstattung nicht an den Mehrbedarf angepasst wird. Wenn Inklusion an unseren Schulen zum Erfolg werden soll, müssen die Ausgaben für Bildung deutlich angehoben und dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.“, fordert Leopold.