29. Februar 2016

Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Delmenhorst

Delmenhorst. Für Toleranz sind Delmenhorster Bürger am Sonntag auf den Marktplatz gekommen. Sie folgten damit dem gemeinsamen Aufruf der linksjugend solid und dem Kreisverband DIE LINKE. Delmenhorst, dem sich später das Breite Bündnis gegen Rechts, der Türkischen Arbeiterverein (DIDF) sowie der Integrationsbeirat anschlossen. Anlass war ein von Bürgern organisierter Meinungsaustausch über Ängste angesichts der Flüchtlingszuwanderung, bei dem ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte.

„Parolen wie „Angst um eure Frauen, Angst um eure Kinder, Kultur, um Deutschland“ und Ausdrücke wie „kulturfremde Menschenmassen, die uns aufgezwungen werden“ klingen nicht wie eine freundliche Einladung zum Dialog.“, stellt Edith Belz, Kreisvorsitzende DIE LINKE. Delmenhorst, fest. Mit diesen Aussagen hatten Bürger mit größtenteils offenbar russischer Herkunft über einen Flyer zum Austausch über Ängste durch Flüchtlingszuwanderung aufgerufen.

Mittlerweile fanden sich ca. 150 Menschen auf dem Marktplatz ein, während auf Organisatorenseite ca. 10 Menschen gezählt wurden. Die Veranstalter waren scheinbar total überfordert mit den vielen Leuten, die tatsächlich anfingen zu diskutieren. Ohne Mikrofon konnten sich die Veranstalter nicht wirklich durchsetzen und waren auch den Argumenten der Leute nicht gewachsen. Es kamen immer nur wieder Aussagen wie: „Wir haben ja nichts gegen Flüchtlinge, aber wir haben Angst.“ Der Versuch einer sachlichen Diskussion endete immer wieder mit den Pseudo-Argumenten: "Es kommen nur junge Männer, mindestens 80%, und 50% sind sowieso kriminell."

Manuel Paschke, Linksjugend „solid“, erklärt: „Eine Gegendemo haben wir so kurzfristig nicht mehr rechtzeitig anmelden können. Umso mehr freue ich mich, dass so viele Delmenhorster Haltung gezeigt haben.“ „Trotzdem war es eine gute Aktion. Dass es möglich ist, in Delmenhorst so viele Leute auf die Beine zu kriegen, besonders weil es so kurzfristig und keine angemeldete Gegenveranstaltung war.“, freut sich Edith Belz und betont: „Es ist großartig, dass auch viele Genoss*innen aus Oldenburg, Harpstedt, Hude und Diepholz dabei waren und uns unterstützt haben. Vielen Dank dafür.“