23. August 2016

Von wegen fairer Wettbewerb - Lieferanten in den Klauen der Konzerne.

Der Volkswagen-Konzern, Aldi, am Ende die Großen in allen Branchen nutzen ihre Marktmacht, um Lieferanten zu knebeln. Doch der Widerstand wächst offenbar. Am Montag blockierten Bauern aus Protest gegen nicht kostendeckende Milchpreise das Zentrallager von Aldi in Hesel, zwei zentrale Zulieferer von VW wehren sich gegen die aus ihrer Sicht unrechtmäßige Kündigungen laufender Verträge, Gewerkschaften kämpfen gegen Leiharbeit und Werkverträge bei der „Beschaffung der Ware Arbeitskraft“. Dazu erklärt Herbert Behrens, MdB, Vorsitzender der niedersächsischen LINKEN:

„Von wegen fairer Wettbewerb. Kapitalismus kennt keine Fairness. Die Aktionen von Lieferanten von VW und Aldi machen deutlich, dass das erpresserische ,Entweder-Oder‘ bei Verhandlungen über Lieferverträge Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen gefährden. Vor Jahren wurde mir in einer Druckerei berichtet, dass ein Druckauftrag zum gleichen Preis wie im Vorjahr geliefert, allerdings eine zusätzliche Leistung erbracht werden sollte. Ein Prokurist aus der Zulieferbranche erklärte gegenüber dem Handelsblatt, Daimler kalkuliere auf Basis einer rumänischen Musterfirma zu Löhnen, die sich in Deutschland nie abbilden ließen.

Doch statt diese skandalösen Praktiken marktbeherrschender Konzerne anzuprangern, wird die absurde Frage gestellt, ob durch die Bundesagentur Kurzarbeit bei VW finanziert werden darf. Selbstverständlich ist bei einem Produktionsausfall Kurzarbeit einzuführen. Sollen die Beschäftigten auch noch dafür zahlen?
Die Landesregierung als Anteilseigner bei VW hat sich offenbar nie mit den Beschaffungspraktiken ihres Unternehmens und des verantwortlichen Vorstandsmenschen Sanz beschäftigt. Sanz ist der Verantwortliche für dieses Beschaffungssystem. Dass er jetzt auch noch den Chefaufklärer in Sachen Diesel-Abgasskandal geben soll, dürfen auch die Aufsichtsräte aus dem Kabinett in Hannover und aus der Belegschaft nicht akzeptieren.“

Herbert Behrens ist auch Vorsitzender des 5. Parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Bundestages, der den Diesel-Abgasskandal aufklären soll. Kontakt: 0171 3630913