20. August 2016

Unterrichtsausfall und Lehrermangel beeinträchtigen die Bildungschancen unserer Schüler zusätzlich

Lars Leopold

Rita Krüger

LINKE kritisiert sinkende Unterrichtsversorgung in Niedersachsen

Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat am Donnerstag den „Bildungsmonitor 2016“ vorgestellt. Darin wird anhand von insgesamt 93 Indikatoren bewertet, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Im Gesamtranking belegt Niedersachsen den neunten Platz. Hierzu erklärt Lars Leopold, Mitglied des Landesvorstands DIE LINKE. Niedersachsen: „Mit dem Bildungsmonitor wird belegt, was die Niedersachsen schon lange wissen: Die rot-grüne Bildungspolitik hat versagt. Niedersachsen verharrt bei Bildungsvergleichen der Bundesländer seit Jahren im Mittelfeld ohne Aussicht auf Verbesserungen. Kultusministerin Heiligenstadt begnügt sich dabei mit der Rolle als Mangelverwalterin, statt die wirklich dringenden Probleme, wie den Lehrermangel und den hohen Unterrichtsausfall anzupacken.“

Erst kürzlich hatte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bekanntgegeben, dass die Unterrichtsversorgung derzeit bei 98 Prozent liegt. Für LINKEN-Vorstandsmitglied, Rita Krüger ist das ein Beleg dafür, dass die Ministerin den Mangel an Lehrkräften in Niedersachsen offenbar nicht in den Griff kriegt. „Der Lehrermangel, der vielerorts beklagt wird, kam weder überraschend noch hat er im Kern etwas mit der Zunahme von Flüchtlingskindern in unseren Schulen zu tun. Ursache für den Mangel ist eine seit Jahren verfehlte Bildungspolitik in Niedersachsen. Statt auf längere Arbeitszeiten bei den Lehrern zu setzen, hätten fehlende Stellen bereits vorausschauend und deutlich früher besetzt werden müssen. Gute Bildung ist nun mal nicht für ‚lau‘ zu haben. Jede Stunde Unterrichtsausfall beeinträchtigt die Bildungschancen unserer Schüler.“, kritisiert Krüger.

Handlungsbedarf sehen die Autoren des Bildungsmonitors auch beim Fremdsprachenunterricht für Grundschüler. Hier weist Niedersachsen im Vergleich unterdurchschnittliche Werte auf. „Wir zitieren ungern arbeitgebernahe Studien, aber auch hier wird der rot-grünen Landesregierung ein „Ungenügend“ ausgestellt. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn aufgrund fehlender Lehrkräfte schon die normalen Aufgaben kaum geleistet werden können.“, stellt Leopold fest. Beide LINKEN-Politiker sind sich einig, dass ein weiteres Absinken der Unterrichtsversorgung zwingend zu verhindern und eine zukunftsfähige Planung zur Verbesserung der Situation aufzustellen ist. „Hier ist die Kultusministerin in der Pflicht zu liefern. Eine weitere Bagatellisierung und Schönreden der Situation ist wenig hilfreich. Denn die Folgen wären letztlich noch mehr Unterrichtsausfall und eine mangelhafte Bildung.“, sagt Krüger.