31. Juli 2015

Erster Jahrestag des Völkermords an den Jesiden in Şengal

Mizgin Ciftci (DIE LINKE): „Niedersächsische Landesregierung muss sich für Bundesprogramm zur Aufnahme von IS-Verfolgten stark machen!“

Am 3. August 2015 jährt sich zum ersten Mal der Völkermord des sogenannten Islamischen Staates an den Jesiden in der Region Şengal im Nordirak. Zehntausende Angehörige der religiösen Minderheit der Kurden wurden getötet, versklavt oder zur Flucht gezwungen. Kämpferinnen und Kämpfer von PKK und der YPG verhinderten damals die vollständige Auslöschung der Jesiden im Nordirak durch die IS-Terroristen. Die Stadt Şengal ist allerdings auch heute noch umkämpft, und ein Leben in Frieden und Freiheit für die meisten Jesiden noch immer unmöglich.

Mizgin Ciftci, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. Niedersachsen: „Der brutale Angriff auf die jesidische Bevölkerung war ein Angriff auf die Menschlichkeit. Şengal zeigte: Die einzigen Ziele des sogenannten Islamischen Staates sind Mord, Versklavung, Vergewaltigung und Vertreibung. Diese massenhaften Verbrechen geben Anlass zu Wut und Trauer. Gleichzeitig müssen wir uns immer wieder fragen, wie wir den Opfern des IS helfen können. Die Menschen in Niedersachsen haben viel getan: gespendet und vor Ort geholfen. Auch die niedersächsische Landesregierung hat jetzt ein Programm für traumatisierte IS-Opfer aufgelegt – das ist eine Geste der Solidarität und dafür bin ich dankbar! Doch den Hunderttausenden Flüchtlingen im Nordirak geht es noch immer schlecht. Sie hausen unter menschenunwürdigen Bedingungen in den provisorisch errichteten Flüchtlingscamps der internationalen Hilfswerke und sehen für sich und ihre Familien keine Zukunft mehr im Kriegsgebiet Nahost. Wir fordern daher die rotgrüne Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für ein Programm zur Aufnahme von IS-Verfolgten stark zu machen. Nur so können wir den notleidenden Menschen im Irak und in Syrien wirklich helfen.“

Im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Angriffs auf Şengal und der aktuellen Militär- und Verhaftungsoffensive der türkischen Regierung findet in Bremen am Montag, 3. August, um 17 Uhr vom Ziegenmarkt aus eine Demonstration statt, auf der auch Herbert Behrens, MdB und Landesvorsitzender der niedersächsischen LINKEN, sprechen wird. In Hannover erinnern Menschen ebenfalls an die Situation im Nordirak. Am Samstag, 1. August, startet ein Demonstrationszug um 15 Uhr vom Hauptbahnhof aus. DIE LINKE. Niedersachsen unterstützt die Demonstrationen und ruft ihre Mitglieder zur Teilnahme auf.