19. Februar 2015

NEIN zur geplanten Stromautobahn „SuedLink“ - JA zur Energiewende

Plakat bei Algermissen (Foto: Christine Gross)

Der Landesparteitag der niedersächsischen LINKEN hat sich Anfang Februar in Hannover einstimmig gegen die geplante Stromautobahn „SuedLink“ ausgesprochen, die teuren Hochseewindstrom auch durch Niedersachsen nach Süddeutschland transportieren soll. Die rund 150 Delegierten forderten bei drei Enthaltungen in einem Antrag Bundes- und Landesregierung auf, Alternativen für die Energiewende ernsthaft zu prüfen und die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Das ist ein klares Signal an die vielen Bürgerinitiativen und die Einwohnerinnen und Einwohner in den Dörfern, die von der überflüssigen Stromtrasse konkret betroffen sind“, betont Landesvorsitzende Anja Stoeck.

Stoeck kritisiert, dass sich Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur auf eine zentralistische Energiewende mit vielen Hochseewindrädern und Stromautobahnen festlegten, ohne dezentrale Alternativen für die Energiewende auch nur in Erwägung zu ziehen. Der Bund Naturschutz aus Bayern hat deshalb Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof eingelegt. Als Alternative würde der Aufbau einer dezentralen Stromversorgung mit Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen in Süddeutschland infrage kommen.

„Sollte es dagegen bei der zentralistischen Energiewende bleiben, werden die damit verbundenen hohen Kosten auf die privaten Endverbraucher durch weitere, drastisch steigende Strompreise abgewälzt“, warnt Anja Stoeck. Der Hochseewindstrom ist deutlich teurer als an Land erzeugter Windstrom. Die Einspeisevergütung beträgt für Windräder an Land für fünf Jahre 8,9 Cent pro Kilowattstunde. Hochseewindstrom bekommt dagegen einen Vergütungssatz von 15,4 Cent pro Kilowattstunde über mindestens zwölf Jahre oder 19,4 Cent für mindestens acht Jahre. Die Kosten für die dann notwendigen Stromautobahnen wie „SuedLink“ bezifferte die Bundesnetzagentur auf mindestens 22 Milliarden Euro. Hinzu kommen entlang der monströsen Stromtrasse massive Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und der Umwelt, damit zugleich negative Auswirkungen auf Erholungs- und Tourismus-Regionen sowie gesundheitliche Risiken für Anwohner und Passanten.