14. März 2014 Pia Zimmermann, MdB

Erste Schritte gegen den Pflegenotstand: Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen

„Es kann wohl niemand mehr bestreiten, dass es in sämtlichen Bereichen der pflegerischen Versorgung an Personal fehlt. Aber anstatt endlich die Ursachen des Fachkräftemangels anzugehen, wird durch die Anwerbung von Pflegekräften aus anderen Ländern Handlungsbereitschaft vorgetäuscht, “ so Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den derzeit laufenden Pilotprogrammen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Bundesagentur für Arbeit zur Anwerbung von Pflegekräften aus dem asiatischen Raum.

„Es ist doch absolut verantwortungslos, Pflegekräfte aus Ländern abzuwerben, denen schon jetzt oder in absehbarer Zukunft selbst gut ausgebildetes Personal fehlt“, empört sich Zimmermann. „Die Weltgesundheitsorganisation missbilligt explizit die Abwerbung von Gesundheitspersonal aus Ländern, in denen ein Mangel an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegebereich herrscht.“

Zimmermann weiter: „Wer in der Bundesrepublik leben will, soll natürlich hier willkommen sein. Dazu gehört aber auch die Anerkennung der Berufsabschlüsse mit der entsprechenden Bezahlung. Viele hoch ausgebildete Fachkräfte werden hier als Pflegehilfskräfte zu Niedriglöhnen eingestellt. Was wirklich getan werden muss und wovon alle profitieren würden, ist endlich die Pflegeberufe aufzuwerten, und das heißt zu allererst eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Bei der schlechten Bezahlung, der zunehmenden Arbeitsverdichtung, dem Leistungsdruck und vor allem der geringen Wertschätzung ist es doch kaum verwunderlich, dass dieser Beruf für viele nicht mehr attraktiv ist. Daran will DIE LINKE etwas ändern.“