Arbeit zu Anti-Diskriminierung verstärken!

Bericht vom Landesrat LINKE Frauen am Samstag, den 01.07.2017 im Lüneburg

Immer wieder stellen wir fest, dass Frauen in unserer Partei vielfältige Sexismus- und Diskriminierungserfahrungen machen. Gleichzeitig mangelt es aber an Unterstützungsstrukturen und Sensibilität sowie Bewusstsein für das Thema. Auf dem arbeitsintensiven und produktiven Treffen waren wiruns einig, dass die Arbeit der LINKEn zum Thema Anti-Diskriminierung, insbesondere auch zum Sexismus innerhalb der Partei, intensiviert werden muss und haben folgendes beschlossen:

Bis zum nächsten Landesparteitag werden wir einen Antrag ausarbeiten, in dem wir uns dem Thema auf mehreren Ebenen annehmen. Auf Landesebene soll eine Anti-Diskriminierungsstelle eingerichtet werden, die die Diskriminierungsarbeit bündelt und auf Landesparteiveranstaltungen eine „Awareness-Funktion“ einnimmt. Gleichzeitig sollen die Kreisverbände aufgefordert werden, Diskriminierungsbeauftragte zu wählen, deren Arbeit von der Landesstelle aus koordiniert wird. Die Diskriminierungsbeaftragten in den Kreisverbänden sollen für die verschiedenen Diskriminierungsformen, darunter Sexismus, sensibilisiert und für Anti-Diskriminierungsarbeit ausgebildet werden, z.B. durch Workshops und eine Handreichung. Sie sollen dann in den Kreisverbänden als Ansprechpartner*innen dienen und das Thema dort voran bringen und stark machen.

Bis zum Landesparteitag wollen wir den Vorschlag in den verschiedenen Parteigremien bekannt machen und vielleicht auch schon einmal ‚austesten’.

Außerdem wollen wir gemeinsam einen „feministischen Protestkatalog“ausarbeiten, in dem wir kreative Ideen für den gemeinsamen Protest gegen Sexismus sammeln und uns gegenseitig ermutigen, Sexismus und Diskriminierung jeder Zeit aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang wollen wir auch verstärkt die sogenannte „rote Karte“ gegen Sexismus einsetzen - beispielsweise bei Sexismusvorfällen auf Parteiveranstaltungen. Bis zum nächsten Treffen wollen wir weitereProtestformen sammeln und den Katalog dort fertig stellen. Ideen und Anregungen werden von Birgit entgegen genommen (Birgit.Ruehlke@gmx.de). Wir freuen uns über eure Vorschläge!

Weitere Themen waren u.a. die Bundes- und Landtagswahlkämpfe, bei denen wir verstärkt feministische Positionen einbringen wollen. Insbesondere für die Bundestagswahl soll die feministische Spitzenkandidatur von Pia Zimmermann wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeitsarbeit gerückt werden. Für beide Wahlkämpfe fordert der Landesrat Plakate zu den Themenbereichen Feminismus und Ökologie. 

Das nächste Treffen wird nach der Bundestagswahl im Herbst stattfinden, den genauen Termin geben wir noch bekannt. Thematischer Schwerpunkt wird erneut die Frage der Umverteilung von Arbeit und Zeit sein, die aktuell immer mehr ins Zentrum der politischen Debatten in Parteien, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen rückt. Wir wollen diskutieren, wie wir mit der Vier-in-einem-Perspektive einen unverkennbar links feministischen Dreh in diese Debatte bringen können - auch im Hinblick auf die Landtagswahl im Januar 2018.