Zur verständlichen Aufregung über einen vermeintlichen Vergleich erklärt der Landesvorsitzende Diether Dehm:
"Ich habe mich gegen die inquisitorische Zumutung des Springerjournalisten gestern abend gewehrt: "Sie als Linker MÜSSEN sich doch jetzt entscheiden!" Ich habe also genau das Gegenteil gesagt: Wir leben heute nicht mehr in einer Zeit, sich als Linker zwischen zwei Positionen entscheiden zu MÜSSEN, sich nicht enthalten zu dürfen. Brecht, Feuchtwanger u.a. meinten sich zwischen Hitler und Stalin entscheiden zu müssen.
Es ist heute nicht die Situation, nicht die Dimension und nicht die Tragik, wo man sich derart entscheiden muss. Ich habe also gerade einen klaren Trennstrich gezogen zwischen der Hitler-Stalin-Entscheidung damals und der Entscheidung Wulff-Gauck, die in meinen Augen nichts miteinander zu tun haben. (Das ZDF hat zwar die Aussage vorne weggekürzt, aber wenigstens noch meinen Satz gesendet: "... dies ist eine groteske und hypothetische Fragestellung"). Bei Wulff-Gauck darf man sich als Linker getrost enthalten, im Unterschied zu mancher Entscheidung linker Denker und Kämpfer in früheren Zeiten.
Bei aller scharfen Kritik an den beiden Präsidentschaftskandidaten würde ich nie auf den grotesken Gedanken verfallen, einen von beiden in die Nähe von Hitler und Stalin zu bringen. Sollten dennoch Herr Wulff oder Herr Gauck irgendwas missverstanden haben, entschuldige ich mich natürlich in aller Form."

