15. Dezember 2016

Bericht vom Treffen des Landesrates Linke Frauen

Bericht vom Treffen des Landesrates Linke Frauen am Sonntag, den 04. Dezember 2016

im Büro der LINKE Lüneburg, von 12-17 Uhr

Sexismus ist kein Problem der Politik, sondern allgegenwärtig in der Gesellschaft und spiegelt sich daher in den Parteien wider – leider auch in der LINKEN. Bei unserem Treffen ging es im gemütlichen 2.-Advent Rahmen darum gemeinsam Erfahrungen zu teilen und zu besprechen, wie wir als LINKE Frauen konkret  „Sexismus die Rote Karte zeigen“  können.

Als Einstieg gab es eine kurze inhaltliche Einführung von Andrea zu den Begriffen von Geschlecht, Geschlechterstereotypen und  Geschlechterverhältnissen und ihrer Relevanz für linke Politik. In diesem Zusammenhang ging es auch um aktuelle antifeministische Tendenzen, vor allem seit der Trump-Wahl.

In Gruppenarbeit  fand danach ein Erfahrungsaustausch statt, bei dem jede von ihren individuellen Erfahrungen mit Sexismus in der Politik berichten konnte. Dabei stellte sich erneut heraus, dass viele dieser Erfahrungen ähnlich sind, also kollektiv geteilt werden – sie reichen von sexualisierter Ansprache, traditionellen Rollenzuweisungen, Zuweisung von Geschlechterstereotypen, nicht ernst genommen werden, indem man zum Beispiel als Quotenfrau bezeichnet wird, bis hin zu einer von Dominanz geprägter, wenig partizipativen Debattenkultur.

Im dritten inhaltlichen Teil suchten wir gemeinsam konstruktiv nach Lösungen und überlegten, wie wir als LINKE Frauen zu einem Bewusstseinswandel beitragen können,  der  für alle Geschlechter die Teilhabe am „Ganzen Leben“ in den Horizont des Möglichen bringt. Dazu wurde zunächst jeweils zu zweit  diskutiert. Die Ergebnisse wurden auf Moderationskarten festgehalten und auf einer Pinnwand thematisch geordnet (siehe Foto). Als zentrale Handlungsfelder ergaben sich:

  • Strukturen schaffen (z.B. Bundesrat Linke Frauen, Awareness-Strukturen in den KVs, etc.)
  • Zugang für Frauen erleichtern (z.B. Frauentreffen etablieren)
  • Politische Bildung zum Thema Feminismus (z.B. Seminare für KVs)
  • Öffentlichkeit erregen
  • Selbstermächtigung
  • Vernetzung
  • Rollen- und Aufgabenverteilungen überdenken

Auf Grundlage dieser inhaltlichen Arbeit haben wir dann einstimmig zwei Beschlüsse gefasst:

 

1) Antrag zur LandesvertreterInnenversammlung am 28. Januar 2017:

Zur Bundestagswahl 2017 soll an der Spitze unserer Landesliste eine weibliche Kandidatin mit klarer feministischer Positionierung stehen. Wenn das nicht möglich ist, wollen wir aber mindestens eine feministisch positionierte Doppelspitze (wie sie ja auf Bundesebene auch aufgestellt wurde). An der Spitze unserer Landesliste wollen wir glaubhaft vertreten sehen, dass DIE LINKE. notwendigerweise eine sozialistische UND feministische Partei sein muss. Wir erwarten, dass unsere SpitzenkandidatInnen antifeministischen Tendenzen in unserer Partei und außerhalb klar entgegentreten. Die Sprecherinnen formulieren den Antrag auf Grundlage der Diskussion.

2) Zur weiteren Arbeit:

Beim nächsten Treffen am 5.Februar 2017  wollen wir aus den erarbeiteten Ansätzen und Vorstellungen konkrete Maßnahmen herleiten und so dazu beitragen, dass unsere Partei für Frauen attraktiver wird und sich mit feministischen Themen mehr als bisher beschäftigt.

Zu Beginn des Treffens sind Gülten Kelloglu und Tina Flauger  einstimmig als Delegierte des Landesparteitages gewählt worden.

Unser Treffen war lebhaft, geprägt von solidarischer Diskussion und ermutigend. Wir freuen uns auf mehr davon.